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Online-Werbung: Adblock Plus legal, aber moralisch falsch

Adblock Plus
Die Diskussion über die Verwendung von Adblock-Software reist nicht ab. Dabei ist es schon lange keine rein faktenbasierte Diskussion, sondern vielmehr eine moralische Streiterei. Wann ist Werbung erlaubt und wie auffällig darf sie sein und vor allem wer bestimmt das – der Besucher oder Website-Betreiber?
Aktuell dürften mit einem Desktop mindestens 50% aller Internetnutzer mit einem Adblocker im Netz unterwegs sein. Tendenz stark steigend.

Über die Hintergründe machen sich viele keine Gedanken. Sie wollen beim Surfen durch das Netz nicht durch Werbung gestört werden und installieren sich die Adblock Plus Software. Es sollen nur die Informationen angezeigt werden, die für den Nutzer am wichtigsten sind, ohne jede Werbung. Das die Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen Geld kostet, das wissen die meisten Internetnutzer. Trotzdem argumentieren sie, das dies bitte ohne störende Werbung geschehen soll.

Wo bleibt die Differenzierung von Adblock Plus?

Die Frage, welche Werbung als störend empfunden wird und welche nicht, ist subjektiv und legt jeder Internetnutzer selbst für sich fest. Google, als einer der größten Werbeunternehmen im Internet, hat in seinen AdSense-Programmrichtlinien festgelegt, das nur eine gewisse Anzahl an Werbung mit Google AdSense belegt werden darf. Das heißt aber nicht, das man diese nicht mit anderen Werbepartnern ergänzen darf. So kommt es häufig vor, das Websitebetreiber die maximal mögliche Anzahl an Werbeplätze ihrer Webseite mit drei oder vier unterschiedlichen Werbepartnern belegen. So sieht dann auch die Webseite aus, mehr Werbung als Content. Das dies häufig auf Porno-, Erotik- und Glücksspielseiten zu finden ist, bleibt in der Diskussion, um die Legitimität der Adblock-Plus-Software, erst mal außen vor. Statt einer individuellen, Website-Bezogenen Differenzierung, erfolgt eine pauschale Sperrung der Werbung auf allen Webseiten durch die Adblock-Software. Eine andere Website, die lediglich einen kleinen Werbebanner hat, kommt gleich mit unter die Adblock sperre.

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Wer keine Werbung sehen will soll die Website nicht besuchen

Der Spagat zwischen dem Wohlbefinden des Internetnutzers und der Buchhaltung des Website-Betreibers ist nicht einfach zu lösen. Die Frage, wie eine Webseite ihre Kosten decken soll ohne störende Werbung zu zeigen, bleibt ein Geheimnis der Adblock-Plus Nutzer.
Die meisten Argumente richten sich gegen die Werbung und damit letzten Endes gegen den Website-Betreiber. Das diese Werbung für die meisten Website Betreiber die einzige Einnahmequelle ist, wird vom Adblock-Nutzer gekonnt ignoriert. Mittlerweile ist der Frust einiger Webseitenbetreiber so groß, das diese bereit sind auf die entsprechenden Internetbesucher mit eingeschaltetem Adblock zu verzichten. Außer Kosten entstehe ihnen durch diese Internetnutzer kein Mehrwert.

Adblock-Plus ist purer Internetegoismus

Der Kostendruck, unter dem z.B. die Verlage seit Jahren durch Umsatzverluste von Werbeanzeigen zu leiden haben, dürfte mittlerweile den meisten Internetnutzern bekannt sein. Das die Internetnutzer mit der Nutzung der Adblock-Plus-Software mit zu dieser Situation beitragen, ist in den meisten wahrscheinlich völlig egal. Die „alles kostenlos“ Mentalität nagt seit Jahren nicht nur an den Zeitungsverlagen. Das ist purer Egoismus. Die Möglichkeit, die Webseiten mit störender Werbung erst gar nicht zu besuchen, kommt für die meisten natürlich nicht in Betracht.
Man will ja nicht seine Gewohnheiten aufgeben. Gerade Tageszeitungen mit aktuellen News und Beiträgen kommen regelmäßig in den Genuss dieser Sympathischen Internetnutzer, die sich in der Vergangenheit häufig über die zu aggressive Werbung beschwert haben, aber mit eingeschaltetem Adblocker die Inhalte der Tageszeitungen konsumieren wollen.

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Wer zahlt kommt bei Adblock-Plus durch

Umso erstaunlicher ist das Geschäftsmodell der Eyeo GmbH (Adblock Plus), dem Marktführer von Adblock-Software, die ihren Adblocker (Adblock Plus) gegen Bezahlung für Werbung öffnen. Das heißt, Werbeunternehmen die bereit sind viel Geld zu bezahlen, werden mit ihrer Werbung an der Software vorbei gelotst und dem Adblock-Nutzer angezeigt (whitelist). Sehr widersprüchlich, da es eigentlich um die Verhinderung von störender Werbung geht, diese Werbung aber gar nicht mehr so störend ist, wenn vom werbenden Unternehmen genug Geld bezahlt wird.

Deshalb ist es nicht verwunderlich, das seit einiger Zeit ein Rechtsstreit zwischen der Eyeo GmbH (Adblock Plus) und einigen Verlagen (z.B. Zeit Online, Handelsblatt) besteht. Der Vorwurf, die Eyeo GmbH würde mit ihrer Adblock-Software unzulässig in das Geschäft von Werbeangebote eingreifen. Die Klage wurde jedoch vom Landgericht Hamburg (HKO 159/14 416 HKO 159/14, n. rechtskräftig.) abgewiesen. Das dürfte aber nicht das letzte mal gewesen sein, das die Eyeo GmbH vor Gericht muss. Der Eingriff in die Werbeangebote von Unternehmen und das Hausrecht von Webseitenbetreiber ist nicht von der Hand zu weisen. Diese und noch einige andere Fragen sind noch offen und gilt es abschließend zu klären.

Vergleiche aus dem öffentlichen Leben

Wieso sollte der Eingriff auf fremden Eigentum online möglich sein, aber offline nicht – oder gibt es etwa eine Möglichkeit, Werbung auszublenden die uns im täglichen Leben begegnet?
Wer mal mit offenen Augen durch die Offline-Welt geht, wird schnell feststellen, das es ziemlich viele Werbeplätze um ihn herum gibt. Nur um mal ein paar zu nennen:

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  • Werbeplakate in Bahnhöfen
  • Litfasssäulen
  • Werbeplakate an Bushaltestellen
  • Werbeplakete in Schaufenster
  • Werbeaufkleber in U-Bahnen
  • usw.


Wer die Kapelle bezahlt, bestimmt die Musik

So war es zumindest bisher. Das sich Webseitenbetreiber in ihre gestalterische Freiheiten und Rechte hineinreden lassen müssen ist neu. Wenn man Software verwenden darf, die das Anzeigen von Inhalten auf Webseiten beeinflussen darf, ist das ein Eingriff in die rechte des Webseitenbetreibers. Vergleichbar mit dem Besuch bei Freunden: wem die Tapete nicht gefällt, darf sie bestimmt nicht einfach herunterreisen oder wem die Art der Möbel nicht gefällt darf sie nicht einfach zerstören. Nichts anderes ist es bei Webseiten.
Website-Betreiber bezahlen die Server, das Hosting, den Designer der Webseite und dürfen selbst über den Inhalt der einzelnen Seiten bestimmen. Mit allem was dazu gehört.

Genauso wie ihnen das Recht zu entscheiden zusteht, wer ihre Webseite besuchen darf und wer nicht. Das sollte zwar die letzte Möglichkeit bleiben, jedoch rückt diese technische Lösung immer mehr in den Fokus von Webseitenbetreiber.

Fazit

Wem die Werbung auf bestimmten Webseiten zu aggressiv oder störend ist, sollte diese Webseite am besten meiden. Niemand wird gezwungen diese Webseite zu besuchen.
Die immer aufdringlicher werdende Werbung hat ja auch eine Ursache. Die immer weiter steigenden Nutzer von Adblock-Software machen es den Seitenbetreiber nicht leicht. Betreiber von Webseiten versuchen die entgangenen Umsätze aufzufangen, indem sie immer größere und auffälligere Werbung platzieren. Die, die noch ohne Adblocker im Internet unterwegs sind bekommen das zu spüren.

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Deshalb ist es einfach nur konsequent die unliebsamen Webseiten nicht zu besuchen. Anhand der sinkenden Besucherzahlen kann sich dann der Seitenbetreiber überlegen, ob es an den schlechten Inhalten seiner Seite oder der Werbung liegt. Sich über Webseiten zu Beschweren wie diese mit Werbung aufgebaut sind, aber diese Seiten dann mit Zusatzsoftware doch zu Besuchen, zeigt die Doppelmoral einiger Internetnutzer.
Kostenlos ist eben nicht kostenlos genug. Wer nicht bereit ist zu akzeptieren, das Webseiten von ihren Betreibern individuell gestaltet werden können, das schließt die Werbung mit ein, der sollte seinen Internetzugang schnellstens abmelden.

Das schlimmste was passieren könnte, das die wichtigsten Webseiten in Zukunft nur noch Paid-Content anbieten. Werbefreier Zugang mit gebührenpflichtiger Nutzung. Ein Resultat des Internet-Egoismus. Einige Seiten bieten bereits eine werbefreie Variante ihrer Webseite gegen Bezahlung an. Wer keine Werbung sehen will, soll dafür bezahlen. Das muss jeder für sich entscheiden was ihm lieber ist. Nicht jeder kann sich diesen Luxus leisten. Für eine alternative zu einer kostenpflichtigen Nutzung, sollte immer auch eine kostenfreie, werbebasierte Nutzung vorgesehen sein.

Auch die Differenzierung zwischen den einzelnen Webseiten muss gegeben sein. Alle in einen Topf zu werfen ist diskriminierend. Einige Seitenbetreiber haben selbst erkannt, das weniger Werbung oft Mehr(wert) bedeutet.
Die Adblock Plus Software von der Eyeo GmbH macht dies nicht. Sie unterscheidet nicht zwischen guter und schlechter Werbung, genauso wenig filtert sie ausschließlich aufdringliche und störende Werbung heraus.
Die Software „Adblock Plus“ hat sich als Auktionator in Szene gesetzt, indem nur die meistbietenden Werbepartner ans Augenlicht des Internetnutzers gelassen werden.

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Eine Antwort

  1. Ich hoere den ganzen Tag meine Musik – Klassische Musik – ohne jede werbung ohne bloedsinniges Geschwafel oder sog. Moederation – WO ??? z.B. Bei Radio Swiss Classic. Nur die Titel bez. Akteure werden angesagt und zwar entweder auf franzoesisch oder auch auf deutsch.
    Keine Nachrichten keine Uhrzeit GAR NIX – WUNDERBAR! Wieso ist man in Deutschland einfach zu bloed um sowas zu bieten ? Wenn ich leise auf dem Sofa meine Musik geniesse dann will nicht nicht mit Infos ueber die neueste Damenbinde oder wie Jemand sein Scheisshaus putzt genervt werden. Ich wuerde sogar dafuer einen regelmaessigen Obolus leisten um diese verdammte SCHEIXX WERBUNG endlich los zu sein. Ich habe kein Interesse an Webseiten mit Werbung oder an Nachrichten die mit Werbung vermischt sind. Wann kapieren diese elenden Werbefritzen das endlich ? Ich hoffe dass dies Drecksbande bald in ihrer eigenen Kloake erstickt !

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