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Größentabelle: Größen und Umrechner sind falsch | Größenprobleme mit Konfektionsgrößen

Größentabellen und Größenrechner sind falsch - Größenproblem mit Größenangaben

Der Kauf neuer Kleidung wird immer mehr zur Belastung. Die Zeit die man beim Kauf für neue Kleidung oder Schuhe aufwenden muss, wird gefühlt, immer größer. Ganz besonders schwierig ist der online-Kauf. Wer nicht ständig alles doppelt und dreifach bestellen will, muss sich auf die Angaben und Größen in den Größentabellen verlassen können. Das wird aber immer schwieriger sich auf die Angaben und Umrechnung der Größen zu verlassen, da jeder Hersteller seine eigenen Größen bestimmt.

Wie unsinnig die bisherigen Größenangaben in Schuhen und Kleidungstücken ist, zeigt die Schuhgröße D/EU/EUR 44 (Herren / Männer) von Adidas.

Adidas veröffentlicht in seiner Größentabelle folgende Größenangaben:
EUROPA 44
UK 9,5
US-Männer 10
US-Frauen 11
Ferse bis zu den Zehen 26,7 cm

Wenn ich diese Größen mit den Etiketten der Adidas Schuhe vergleiche, dann weichen diese Größen ab.

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Zwei Beispiele von Adidas Schuhen:
Adidas Spezial und Adidas Spezial HB zeigen auf dem Schuhetikett folgende Größen:
EUR 44
UK 11
US 10
JP 280

Wenn man die Beispielgröße Herren EUR 44 (auch D oder EU) in der Webseite Convertworld.com eingibt, erhält man folgende Größenangaben:
EUR 44
UK 10
US-Männer 10,5
US-Frauen 12
cm 27.3
JP 285

Unter Schuhgroessen.info bekommt man folgende Größenangaben für die Beispielgröße EUR 44 (Herren):
D/EU 44
UK 10
US-Männer 10.5
US-Frauen: angaben fehlen / nicht existent
cm 29

Die Größen in Größentabellen sind weder genormt noch haben sie eine bindende Eigenschaft. Das Beispiel von Adidas ist bei anderen Herstellern und Marken natürlich genauso vorhanden.

Für Menschen die sich lieber an die JP-Größen bzw. cm Angaben halten, weil sie eigentlich genauer sind als die anderen Größenangaben, ist das sehr verwirrend. Je nach dem wo man sich über Größen in Größentabellen informiert, erhält man stark unterschiedliche Größenangaben. Das kann und darf eigentlich nicht sein. Zumindest die cm Größenangabe sollte doch für die Hersteller und Händler möglich sein korrekt nachzumessen und anzugeben.

Ein Zentimeter ist schließlich überall auf der Welt gleich!

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Gründe für die unterschiedlichen Größenangaben

  • Schmeichelmasche
  • Quadratisch-Praktisch-Gut
  • Kleidergrößen nach Region
  • Produktions- und qualitätsabhängige Größen
  • Marken- und Modellabhängige Größen
  • Rohstoffunterschiede
  • Schmeichelmasche

    Die Schmeichelmasche ist die am häufigsten eingesetzte Technik bei Frauenkleidung. Durch das unterjubeln deutlich kleinerer Kleidergrößen schmeichelt man der Frau nicht einfach nur, sondern animiert sie weitere Kleidung der gleichen Marke zu kaufen und damit Umsätze zu steigern. Das kann man auch Augenwischerei nennen und macht die Größenangaben und Größentabellen völlig überflüssig.

    Aber die Masche funktioniert und zwar sehr gut. Welche Frau will schon Kleidergröße 42, wenn sie die Kleidung auch in 40 oder gar 38 haben kann?

    Quadratisch-Praktisch-Gut

    Die Quadratisch-Praktisch-Gut Technik ist nichts anderes als die Einheitsgröße. Sie soll möglichst vielen Menschen passen. Das spart Kosten und im Idealfall hat man damit eine große Kundschaft. Probleme sind hier natürlich vorprogrammiert. Die Größen sind für alle vorgegeben. Kleine Dicke mit kurzem Oberköper tragen das gleiche wie kleine Dünne mit langem Oberköper.

    Nichts für Menschen die richtig gut sitzende Kleidung wollen.

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    Kleidergrößen nach Region

    Wer schon mal in Asien oder den USA war und dort Kleidung anprobiert hat, wird feststellen, das dort die Größen wieder anders sind als in Deutschland oder Europa. Während die Asiaten ihre Kleidung tendenziell eher kleiner Schneidern, sind die US-Amerikaner eher an großen Größen mit kleinen Größenangaben interessiert. D.h. eine europäische L oder XL ist oft eine US-amerikanische M oder L. Im Land der Übergewichtigen Menschen will man seine Kundschaft besonders mit kleinen Größen schmeicheln und täuscht sie über ihre eigentliche Größe.

    Produktions- und Qualitätsabhängige Größen

    Das am stärksten wachsende Größenproblem kommt von den Produktions- und Qualitätsunterschieden der Bekleidungsindustrie. D.h. dort wo die Kleidung produziert wird, muss ein Größengefühl für die Größen der zukünftigen Kunden vorhanden sein. Eine gewisse Qualität und Standards müssen eingehalten werden. Ist das nicht der Fall, meist aus Kostengründen und fehlender Erfahrung, muss die kaufende Kundschaft ein enormes Selbstbewusstsein haben. Das ist häufig bei günstiger Kleidung aus Asien im Discountbereich zu merken. Die Asiaten haben leider keine Ahnung wie es um die Größen europäischer Menschen bestellt ist. Da ist es keine Seltenheit, das man als M- oder L-Träger von Kleidungsstücken, zu XXL (2XL) Größen greifen muss, damit es einigermaßen passt. Das ist standardisierte Massenware ohne Qualitätskontrolle. Die großen Bekleidungsunternehmen wie Nike, Adidas, Tommy Hilfiger, Ralph Lauren und diverse andere, können sich ein großes Qualitätsmanagement leisten, damit die Größen und Formen einigermaßen dem europäischen Standard entsprechen.

    Man beachte die Amazon-Kommentare. Am Ende weiß niemand mehr, ob die Schuhe jetzt größer oder kleiner ausfallen.
    Amazon Kommentare Größen

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    Marken- und Modellabhängige Größen

    Jeder Bekleidungshersteller produziert die Kleidung in seinen eigenen Größen. Einerseits glaubt jeder Hersteller er würde die Größen seiner Kunden am besten einschätzen können, andererseits will man sich auch ein wenig von der Konkurrenz absetzen. D.h. die Schuhe von Adidas sind von der Breite und Länge anders geschnitten, als die Schuhe von Nike, Asics oder New Balance.
    Das gleiche gilt für Jeans. Mustang hat nicht nur unterschiedliche Schnitte für jedes einzelne ihrer Jeans-Modelle, sie sind auch völlig anders geschnitten als die Levis Jeans oder Diesel Jeans.
    Bei Oberbekleidung braucht man z.B. nur den Zusatz „Slim-Fit“ (enger und körperbetonter Schnitt) zu übersehen. Schon wundert man sich wieder über eine Körperzunahme.

    Und wer glaubt, er bräuchte sich nur die Größe des Herstellers zu merken, damit er beim nächsten Kauf Zeit spart, der irrt gewaltig.

    Rohstoffunterschiede

    Zusätzlich zu den oben genannten Gründen, macht die Rohstoffversorgung einen nicht unerheblichen Anteil an dem Größenchaos aus. Die Hersteller können nicht ständig exakt die gleiche Rohstoff-Qualität gewährleisten.
    Da kommt die Baumwolle mal aus den USA, der Türkei oder aus China.

    Die Lösung für Größenprobleme heißt „Maßnehmen“

    Für die Füße gibt es mit dem Mondopoint (MP) Schuhgrößensystem bereits eine nach ISO-Norm (ISO 9407) zertifizierte Größenangabe. Allerdings hat sich diese nur bei Militär- und Sicherheitsschuhen durchgesetzt. Der Vorteil ist ganz klar die Einbeziehung der Fußlänge und Fußbreite zu einer Schuhgröße in Millimeter.

    Die Problemlösung der Größe für Kleidung könnte, neben den eigentlichen Größen wie L, XL, XXL usw., auch noch die Angabe der Maße in Zentimeter (cm) sein. Die Maße in Zentimeter sind die einzig sinnvollen Angaben einer Größe. Das was bei Jeanshosen Anwendung gefunden hat, z.B. die Größen in Zoll bzw. Inch (z.B. W32 / L32) anzugeben, hat den Jeans-Kauf für viele Menschen vereinfacht. Allerdings hat sich dieser Vorteil aufgrund von wechselnden Produktionsstandorten, Produktionsqualitäten und Rohstoffbeschaffungen wieder zu Nichte gemacht. Heute kann man die Größenangaben auf Kleidung eher als Richtlinie bezeichnen, statt als einheitlichen Standard. Die meiste Kleidung wird nämlich mittlerweile in Asien hergestellt und das ist für einheitliche Größenangaben nicht hilfreich.

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    Vielleicht wird es zukünftig mit dem 3D-Scan besser. Das Körpermaß wird vor jedem Kauf neu vermessen. So kann eigentlich nichts schief gehen.

    Maßnehmen ist Pflicht

    Deshalb ist es umso wichtiger jedes einzelne Kleidungstück vor dem Kauf auszumessen, sofern man es nicht vorher anprobieren kann. Wer gerne online z.B. bei Zalando, Amazon oder ebay Kleidung kauft, der ist für jedes angegebene Maß dankbar. Denn so kann der Käufer zuhause nachmessen, ob das Kleidungsstuck oder der Schuh für ihn passend ist.

    Die wichtigsten Angaben bei Hosen sind einmal die Bundweite und die Gesamtlänge. Die Bundweite wird oberhalb der Gürtelschlaufen einmal von links nach recht gemessen. Die Hose wird dabei nicht extra gedehnt. Das ist wichtig, damit eine kleine Pufferzone bleibt. Die Gesamtlänge wird von oberhalb der Gürtelschlaufen bis runter ans Beinende (Saum) gemessen.

    Bei Oberteilen wie T-Shirts und Pullis sind die beiden wichtigsten Maße die Brustweite und die Gesamtlänge. Die Brustweite wird von Achselnaht zu Achselnaht gemessen. Die Gesamtlänge von Kragen bis runter zum Saum des Kleidungsstücks. Das sind Angaben, mit denen der Mensch etwas anfangen kann. Als i-Tüpfelchen kann man noch weitere Maße des Kleidungsstücks nehmen.

    Die wichtigsten Bekleidungsmaße im Überblick

    Bei Hosen:

    • Bundweite
    • Gesamtlänge
    • Innenbeinlänge (Schritt bis Fußende)
    • Oberschenkelweite
    • Beinweite (auf höhe der Waden)
    • Saumweite am Fußende

    Bei Oberteilen:

    • Gesamtlänge (oft auch Rückenlänge
    • Brustweite (Achsel zu Achsel)
    • Armlänge
    • Halsweite (wichtig bei Herrenhemden)
    • Taillenweite / Bauchweite
    • Hüftweite (Popo)
    • Schulterbreite (Schulternaht zu Schulternaht)
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    Bei Schuhen:

    • Innensohle in cm
    • Außensohle in cm
    • Zehenmaß
    • Ballenmaß
    • Ristmaß
    • Fersenmaß
    • Knöchelmaß
    • Wadenmaße (für Stiefel)

    Füße am besten so Messen: Erst Abends und mit Socken ausmessen! Sicherheitshalber beide Füße durchmessen. Größenunterschiede zwischen dem linken und rechten Fuß sind völlig normal. Man bestellt dann die Schuhe, sofern es keine Maßschuhe sind, immer in der Größe des größeren Fußes. Die gemessene Fußlänge am besten in Millimeter notieren.

    1. Variante: Den Fuß auf ein Blatt Papier stellen und um die Ferse und längste Zehe (meistens der große oder die 2. Zehe) mit senkrecht gehaltenem Bleistift die Fußform auf das Papier übertragen. Der weiteste Abstand von der Ferse zur Zehe ergibt die Fußlänge.

    2. Variante: Den Fuß mit der Ferse an die Wand stellen. Jetzt zieht man am längsten Punkt des Fußes eine Linie (am besten mit Bleistift). Das klappt nicht auf Teppichböden! Der weiteste Abstand von der Wand zur Zehe ergibt die Fußlänge.

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