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Boykott ist wichtig und richtig – Nur wie lange?

Boykott ist wichtig und richtig

Würden sich Verbraucher und Konsumenten ihrer Möglichkeiten durch Boykott von Waren, Unternehmen oder Dienstleistungen bewusst werden und diese auch einsetzen, wäre schon viel erreicht. Leider nutzen Verbraucher bzw. Konsumenten heutzutage nicht ihre Möglichkeiten aus. Es wird nicht im großen und ganzen gedacht bzw. welche Auswirkungen eigentlich ihr handeln auf andere hat. Sie sehen nur ihre eigenen Vorteile der Markt-Angebote und entscheiden für oder wieder. Deshalb ist es umso wichtiger sich mit den Waren, Unternehmen oder Dienstleistungen auseinanderzusetzen und bei Auffälligkeiten, laut und deutlich, auf die Missstände hinzuweisen. Als letzte Möglichkeit dient der Boykott z.B. von Produkten, Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens um auf die Missstände noch deutlicher hinzuweisen.

Wikipedia schreibt zum Boykott:

Ein Boykott ist ein organisiertes wirtschaftliches, soziales oder politisches Zwangs- oder Druckmittel, durch das eine Person, eine Personengruppe, ein Unternehmen oder ein Staat vom regelmäßigen Geschäftsverkehr ausgeschlossen wird. Heute steht der Boykott allgemein für eine Verrufserklärung oder Ächtung durch Ausdruck einer kollektiven Verweigerungshaltung.

Der wirtschaftliche Boykott dient insbesondere der Ausschaltung von Konkurrenz; der soziale Boykott als Druckmittel von Interessensgruppen (etwa im Arbeitskampf); der politische Boykott ist ein staatliches Sanktionsmittel gegenüber anderen Staaten.

Das ganze lässt sich auch auf Verbraucher und Konsumenten anwenden. Hierzu schreibt Wikipedia (Konsumentenboykott):

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Ein Konsumentenboykott (oder Kaufboykott bzw. Käuferboykott) ist ein Mittel der Verbraucher, um das Verhalten von Unternehmen langfristig zu beeinflussen.

Bei einem Konsumentenboykott orientiert sich die Kaufentscheidung einer Person nicht mehr nur an der Befriedigung individueller Bedürfnisse (vgl. Müller et al. 2006).
Vielmehr trifft der Konsument seine Entscheidung moralisch oder politisch motiviert und meidet dabei gezielt Produkte und Unternehmen. Die Produktwahl soll diejenigen Unternehmen unterstützen, deren Unternehmenspolitik im Einklang mit den Grundüberzeugungen des Konsumenten steht. Unternehmen, die entgegen den Vorstellungen des Konsumenten handeln und sich zum Beispiel nicht sozial- oder umweltverträglich verhalten, sollen durch Umsatzeinbußen bestraft und möglichst zum Umdenken und -lenken bewegt werden.
Setzen Konsumenten ihr Kaufverhalten gezielt ein, so liegt ein großer Teil der Marktmacht letztendlich bei ihnen. Smith propagierte deshalb bereits in den achtziger Jahren die Konsumentensouveränität als neues Marketingparadigma. Mit jedem Kauf oder Nicht-Kauf nimmt der Konsument Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens und damit auf dessen zukünftige Entscheidungen.

Auch wenn es schwer fällt und aussichtslos erscheint, sollte man darüber nachdenken, den Boykott für sich zu nutzen. Neben den Möglichkeiten Geld an Organisationen zu spenden die für eine bestimmte Sache kämpfen oder selbst lautstark für sein Anliegen zu demonstrieren, kann man mit dem Boykott sehr leise, aber durchaus sehr wirkungsvoll gegen Marken, Unternehmen, Waren und Produkte oder Dienstleistungen vorgehen und damit seine Interessen direkt vertreten. Das kann ganz individuell und im kleinen Rahmen sein.

Wer geht beispielsweise ein weiteres Mal in das Restaurant essen, indem man schlecht behandelt wurde oder wer kauft ein Produkt eines Unternehmens noch einmal, bei dem das erst gekaufte Produkt kurz nach der Garantiezeit den Geist aufgegeben hat?

Zwei Fälle die durch Mundpropaganda an die Menschen um sich herum weitergegeben werden können. Viele Menschen glauben, je größer das Unternehmen desto aussichtloser der Erfolg mit einem Boykott. Dem ist nicht so. Man muss nur deutlich genug auf diese Missstände hinweisen und es finden sich relativ schnell Gleichgesinnte und Mitstreiter, die den Boykott mit unterstützen können.

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Fairerweise sollte man beim Boykott von Marken, Waren und Produkte, Unternehmen, oder Dienstleistungen ehrlich sein und sich die Frage stellen: ab wann ist ein Boykott angebracht? Heutzutage werden negative Erfahrungen mit Marken, Unternehmen, Waren und Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr nur per Mundpropaganda weitergereicht, sondern zusätzlich noch als Erfahrungsbericht / Rezension ins Netz gestellt. Das hat den Vorteil, dass man mehr Menschen mit seinen Erfahrungen erreichen kann. Hierbei sollte man aber bedenken, das jedem mal ein Fehler unterlaufen und man nicht allzu kritisch und voreilig urteilen sollte. Erst wenn die negativen Berichte (am besten aus verschiedenen Quellen) auffällig häufig sind, sollte man sich kritisch hinterfragen, ob es Sinn macht z.B. dieses Produkt zu kaufen oder die Dienstleistung des Unternehmens in Anspruch zu nehmen.

Wann ist ein Boykott angebracht?

Die Frage, wann der Boykott gerechtfertigt und angebracht ist, ist sehr individuell und daher nur sehr schwer zu beantworten. Was der eine Mensch ganz schlimm findet, stört den anderen Menschen nicht die Bohne. Angebracht ist ein Boykott bzw. der Aufruf zum Boykott immer dann, wenn die Missstände eine größere Tragweite haben. Zum Beispiel wenn Mensch und Natur direkt oder indirekt gefährdet werden (bzw. deren Gesundheit) oder es sich bei dem Angebot um eine dauerhafte Benachteiligung handelt, welche z.B. nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Ein aktuelles Beispiel eines großangelegten Boykotts ist der Nestle Boykott durch Edeka. Edeka fühlte sich von den Nestle Einkaufspreisen benachteiligt und wollte mit dem Boykott aller Nestle Produkte (von Wagner Pizza über Nescafé bis Vittel-Wasser) großen Druck auf Nestle aufbauen um bessere Einkaufskonditionen zu erhalten. Schlussendlich hat sich für Edeka der Boykott gegen Nestle gelohnt. Nestle und Edeka haben sich geeinigt und Edeka verkauft nun wieder Nestle Produkte.

Das innere Gefühl aber auch der logische Menschenverstand kann einem die Frage nach dem gerechtfertigten Boykott beantworten. Als logisch erscheint sehr vielen Menschen die Umweltzerstörung oder Ausbeutung von Menschen. Der Boykott kann auch aus ideologischen Gründen angebracht sein, wenn z.B. Situationen eintreten die man mit sich selbst nicht mehr vereinbaren oder mit der man sich nicht mehr identifizieren kann.

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Beispielweise boykottieren aktuell viele Menschen die Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft und möglicherweise auch die Fußball-WM 2018 in Russland. Für sie hat die Umbenennung der deutschen Fußballnationalmannschaft in „Die Mannschaft“ eine Situation erreicht, die nicht mehr zu ihnen als „Deutsche“ passt.

Wie man sieht kann der Grund für einen Boykott sehr vielfältig und individuell sein und jeder „Boykotteur“ muss selbst wissen, aus welchem Grund er gegen etwas boykottiert und vor allem wie lange er gegen etwas boykottiert.

Weitere Fragestellungen für den Boykott

Sind Produkte / Waren verzichtbar, die direkt oder indirekt die Gesundheit gefährden?
Sind Produkte / Waren verzichtbar, die günstig hergestellt werden und nicht sehr lange halten?
Sind Produkte / Waren verzichtbar, die von ausgebeuteten Menschen hergestellt wurden damit andere Menschen diese sehr günstig kaufen können?
Sollte man Produkte / Waren kaufen die direkt oder indirekt die Umwelt zerstören?
Sollte man Produkte / Waren von Hersteller und Unternehmen kaufen, die strategisch die geplante Obsoleszenz nutzen?
Wie lange ist ein Boykott z.B. gegenüber einem Unternehmen angebracht?
Hat der Boykott größere Auswirkungen auf das eigene Leben oder ist er ohne weiteres möglich durchführbar?

Marken und Unternehmen die man meiden oder boykottieren sollte

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