Deutsche Marken & Firmen, die nicht mehr deutsch sind

Made in Germany

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Deutschland ist weltweit bekannt für Qualität, Innovation und Verlässlichkeit. „Made in Germany“ steht für hohe Standards und handwerkliches Können. Viele Verbraucher kaufen bewusst deutsche Marken, weil sie sich eine herausragende Qualität und langlebige Produkte versprechen. Doch oft steckt hinter einer scheinbar deutschen Marke oder Unternehmen mittlerweile ein ausländischer Investor oder Konzern. Zahlreiche traditionsreiche deutsche Unternehmen und Firmen wurden in den letzten Jahrzehnten verkauft oder sind inzwischen mehrheitlich in ausländischer Hand.

Tradition mit neuer Heimat: Warum deutsche Firmen nicht mehr deutsch sind

Es gibt viele Gründe, warum deutsche Firmen und Marken an Investoren oder ausländische Konzerne verkauft werden. Wirtschaftliche Herausforderungen, Globalisierung, Fusionen und Übernahmen spielen dabei eine zentrale Rolle. Besonders für international erfolgreiche Unternehmen kann es finanziell attraktiv sein, sich einem größeren Konzern anzuschließen. Doch für Verbraucher bedeutet dies nicht immer eine positive Entwicklung – oft leidet die Qualität oder die Produktion wird ins Ausland verlagert.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Einfluss internationaler Kapitalmärkte. Viele deutsche Konzerne sind börsennotiert, wodurch ausländische Investoren Aktien erwerben und nach und nach die Kontrolle über das Unternehmen gewinnen können. In einigen Fällen behalten die Marken ihren deutschen Namen, doch das Unternehmen gehört längst nicht mehr Deutschland.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für deutsche Verbraucher hat diese Entwicklung verschiedene Auswirkungen. Einerseits können durch internationale Investitionen deutsche Unternehmen wachsen und global konkurrenzfähig bleiben. Andererseits führt der Einfluss ausländischer Eigentümer oft dazu, dass Produktion und Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden. Dadurch kann die Qualität der Produkte leiden, während gleichzeitig der deutsche Einfluss auf Unternehmensentscheidungen schwindet.

Viele Kunden kaufen weiterhin Produkte dieser Marken, weil sie sich auf die deutsche Qualität verlassen – doch nicht immer entspricht diese noch den ursprünglichen Standards. Besonders bei Unternehmen, die nur noch den Markennamen behalten, aber nicht mehr in Deutschland produzieren, ist Vorsicht geboten.

Wie erkennt man, ob eine Marke noch wirklich deutsch ist?

Wer sicherstellen möchte, dass eine Marke oder ein Unternehmen noch wirklich deutsch ist, sollte auf folgende Punkte achten:

  • Firmenstruktur prüfen: Ein Blick ins Handelsregister oder auf die Unternehmenswebsite gibt Aufschluss über die Eigentümerstruktur.
  • Herkunft der Produktion: „Made in Germany“ bedeutet nicht automatisch, dass das Unternehmen noch deutsch ist. Oft wird nur ein Teil der Produkte in Deutschland gefertigt.
  • Aktionärsstruktur: Bei börsennotierten Unternehmen kann überprüft werden, woher die Mehrheit der Aktionäre stammt.
  • Markenrechte: Manche ehemals deutsche Marken werden heute nur noch als Lizenz vertrieben, wie etwa AEG oder Telefunken.

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Bekannte deutsche Unternehmen & Firmen, die nicht mehr deutsch sind

Die Mehrheit der DAX Konzerne befindet sich mittlerweile in ausländischer Hand, jedoch haben alle diese Unternehmen ihren Hauptsitz noch in Deutschland und unterhalten Produktionsstätten in Deutschland (wenn auch nur kleine). Das Prädikat hergestellt in Deutschland (Made in Germany) dürfen nicht alle Unternehmen auf ihre Produkte schreiben, da zwar der Sitz in Deutschland ist jedoch die Produkte im Ausland hergestellt werden (z.B. Adidas).

Hier sind einige prominente Beispiele für deutsche Unternehmen, die inzwischen mehrheitlich ausländischen Investoren oder Konzernen gehören:

1. Adidas

Adidas, der weltweit bekannte Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach, ist zwar noch in Deutschland ansässig, aber zu rund 80 % im Besitz ausländischer Investoren. Große Anteile liegen in den Händen von Finanzinvestoren aus den USA und anderen Ländern.

2. Linde

Der Industriegase-Konzern Linde war lange ein deutsches Vorzeigeunternehmen. Nach der Fusion mit dem US-Konzern Praxair im Jahr 2018 ist Linde jedoch nicht mehr in deutscher Hand. Der Konzernsitz wurde inzwischen nach Dublin (Irland) verlegt, womit das Unternehmen seine deutschen Wurzeln offiziell hinter sich ließ.

3. Bayer

Bayer, eines der bekanntesten deutschen Pharma- und Chemieunternehmen, ist zu etwa 80 % im Besitz ausländischer Investoren. Besonders durch die Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 geriet Bayer noch stärker in den Fokus internationaler Kapitalmärkte.

4. Allianz

Die Allianz Versicherung ist ebenfalls stark international ausgerichtet. Rund 72 % der Unternehmensanteile befinden sich mittlerweile in ausländischer Hand, was die deutsche Kontrolle über das Unternehmen einschränkt.

5. Deutsche Börse

Trotz ihres Namens ist die Deutsche Börse nicht mehr wirklich deutsch. Rund 82 % der Anteile sind in ausländischem Besitz, wodurch internationale Finanzinteressen eine bedeutende Rolle spielen.

6. Opel

Als eines der ersten Unternehmen in der Automobilbranche das von einem Investor am 17. März 1929 aufgekauft wurde. Erst gehörte Opel zu General Motors (USA), heute ist Opel und Vauxhall im Besitz der französischen Stellantis-Gruppe (Groupe PSA mit Citroen und Peugeot).

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Deutsche Automobilindustrie: Daimler, BMW und Volkswagen

Die großen deutschen Automobilhersteller sind zwar noch in Deutschland ansässig, doch ausländische Investoren besitzen erhebliche Anteile. Besonders bei Daimler (Mercedes-Benz) und Volkswagen haben Investoren aus China, Katar und anderen Ländern große Einflussmöglichkeiten.

weitere deutsche Unternehmen die überwiegend in ausländischer Hand sind

Die Aktienanteile von Unternehmen und Konzerne wie Deutsche Post, BASF, Siemens, Fresenius Medical Care und Infineon befinden sich zu über 50% in der Hand ausländischer Investoren.

Deutsche Traditionsmarken unter ausländischer Kontrolle

Neben großen Konzernen gibt es viele ehemalige deutsche Traditionsmarken und Firmen, die zu ausländischen Unternehmen gehören. Diese ausländischen Unternehmen und Firmen benutzen deutsche Marken wegen der Bekanntheit, Ruf und Vertrauen in diese Marke als Deckmantel, um Kunden zu gewinnen – doch die Produktion erfolgt im Ausland.

  • AEG – Wird als Marke von verschiedenen internationalen Unternehmen lizenziert, darunter Electrolux (Schweden).
  • AEG – wird lizenziert von diversen Firmen überwiegend in China hergestellt. Eigentümer: Elektrolux (Schweden)
  • Bauknecht 

    – Eigentümer: Whirlpool Corporation (USA)

  • Beck’s – sowie Diebels, Franziskaner, Löwenbräu und Spaten, Eigentümer: Interbrew (Belgien)
  • Birkel – Birkel gehört zur Newlat Gruppe, zu der auch die Buitoni Nudeln gehören. Buitoni Saucen gehören Nestle, Eigentümer: Newlat Gruppe / Buitoni (Italien)
  • Blaupunkt – Eigentümer: GIP Development SARL (Luxemburg)
  • Braun – Eigentümer: Proczer & Gamble (USA)
  • Dürkopp Adler – Eigentumer: SGSB Group Co. Ltd. (China)
  • Erasco – Eigentümer: CVC Capital Partners (USA)
  • Galeria Kaufhof – Eigentümer: HBC (Kanada)
  • Gardena – Eigentümer: Husqvarna (Schweden)
  • Grohe – Eigentümer: Lixil Group (Japan)
  • Grundig – Einst deutscher Elektronikkonzern, heute im Besitz türkischer Unternehmerund wird lizensiert von Beko in der Türkei hergestellt, Eigentümer: Arcelik (Türkei)
  • Hansgrohe – Eigentümer: Klaus Grohe 32% und Masco Corporation 68% (USA)
  • Hasseröder – Eigentümer: Interbrew (Belgien)
  • Herlitz – Eigentümer: Pelikan AG
  • Hochtief – Eigentümer: ACS (Spanien)
  • KaDeWe – Eigentümer: Signa Holding GmbH (Österreich), Central Group (Thailand)
  • Karstadt (Warenhaus und Sports) – Eigentümer: Signa Holding GmbH (Österreich)
  • Knorr – Eigentümer: Unilever (England & Holland)
  • Landliebe – Eigentümer: Royal FrieslandCampina (Holland)
  • Leitz – Eigentümer: Esselte-Gruppe (Luxemburg)
  • Medion (Aldi-Technik) – Eigentümer: Lenovo (China)
  • Metz (TV) – Eigentümer: Skyworth (China)

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  • Nordmende – (Markennutzung durch TechniSat in D-A-CH und Polen), Eigentümer: Technicolor / Thomson (Frankreich)
  • Pelikan – Eigentümer: Pelikan International Corporation Berhad (Malaysia)
  • Pfaff – Eigentümer: SGSB Group Co. Ltd. (China)
  • Puma – Trotz deutscher Wurzeln gehört ein erheblicher Anteil Investoren aus den USA und dem Haupteigentümer: Kering-Gruppe (Frankreich)
  • Privileg – Eigentümer: Whirlpool Corporation (USA)
  • Putzmeister – Eigentümer: Sany (China)
  • Ratiopharm – Eigentümer: Teva (Israel)
  • Rosenthal – Eigentümer: Sambnet Paderno (italien)
  • Saba – Bemerkung: die Marke wurde 2016 gelöscht, ehemaliger Eigentümer: Technicolor / Thomson (Frankreich)
  • Steigenberger Hotels – Eigentümer: Travco (Ägypten)
  • Telefunken – Marke existiert noch und wird lizenziert von diversen Firmen überwiegend in China hergestellt, Eigentümer: unbekannt
  • Tempo – Eigentümer: SCA (Schweden)
  • Triumph-Adler – Eigentümer: Kyocera Document Solutions (Japan)
  • Uhu – Eigentümer: Bolton Gruppe (Italien)
  • WMF – Eigentümer: Groupe SEB (Frankreich)
  • Zündapp – Bemerkung: Produktion teilweise wieder in Deutschland, Eigentümer: unbekannt (China)

Die hier genannten Marken und Unternehmen fertigen größtenteils im Ausland. Diese Produkte müssen nicht zwangsläufig schlechter hergestellt sein. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Qualität seit der Übernahme deutlich minderwertiger ist, da der Fokus der Produkte nicht auf Qualität, sondern auf Quantität liegt.

Fazit: Deutsche Namen, internationale Kontrolle

Viele deutsche Unternehmen, Firmen und Marken sind heute in ausländischer Hand. Während einige weiterhin in Deutschland produzieren und wirtschaften, sind andere längst vollständig von internationalen Konzernen übernommen worden. Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie sich nicht nur auf den Markennamen verlassen sollten. Wer echte deutsche Qualität will, sollte sich genauer informieren und prüfen, wem die Marke tatsächlich gehört und wo die Produkte hergestellt werden.

Letztendlich ist es ein Trend, der sich weiter fortsetzen wird – die Globalisierung macht auch vor traditionsreichen deutschen Unternehmen, Firmen und Marken nicht halt. Wer bewusst einkauft, kann jedoch gezielt Marken unterstützen, die noch in deutscher Hand sind und in Deutschland produzieren.


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3 Kommentare

  1. Wenn dieses Land
    … wirtschaftlich wirklich überleben möchte, brauchen wir wieder die Entkoppelung der Aktiengesellschaften von produzierenden Unternehmen und auch den starken Willen, im eigenen Land wieder herzustellen nach alt bewährten. qualitativen Vorgaben.

    Wer sich in Aktionäre Abhängigkeiten begibt, ist nicht mehr unabhängig in seinen Entscheidungen und Sklave in seinem Handeln. Innovation, oder das was wir einmal „Deutsche Wertarbeit“ nannten war frei von diesen monetären Fesseln und beseelt von einem uneingeschränkten, höchst kreativen Unternehmer- und Entwickler Geist, der Niemandem eine Rechenschaft schuldete.

    Wir sollten uns wieder darüber im klaren werden, wie viel Gewinn an einem Produkt nun eigentlich genug ist, und ob wir ihn als große Chance für Alle sehen an etwas teil zu haben, oder nur als Mittel zur eigenen Maßlosigkeit betrachten. Ohne diese Einsicht wird es sonst auch in Zukunft bei Einzel, Zwischen u.- Großhändler keine Vernunft bei der Preisgestaltung geben.

    Diese Botschaft ist besonders an den Internet Online Handel gerichtet, der in den letzten zwei Jahrzehnten zu großen Teilen Mitschuld an einer zügellosen Preispolitik gegenüber dem Endverbraucher trägt. Zum Anderen defacto Preisabsprachen (ich nenne es Abgleiche), mittlerweile sogar legal im Sekundentakt automatisch durchführt. Eine freie ehrliche Preisgestaltung als Wettbewerbsvorteil, wie man Sie noch vor dem Internet kannte verkommt dadurch regelrecht zur Farse.

    Die Faktoren welche einstmal etwas für den Verbraucher erschwinglich werden ließen, wurden gänzlich zu Gunsten des eigenen schamlosen Profits abgeschafft. Der verheerende Trend der letzten 25 Jahre, von einer Anfangs noch vertretbaren Preis Produkt Qualität Balance, bis hin zu einer am Ende stehenden katastrophalen Quantität, die immer mehr Fuß fasst, ist das traurige Ergebnis von einem durch und durch korrumpierten und extrem profitgeprägten Markt.

    Die massenhafte Abwanderung und Expansion von Produktionsstätten in Billiglohn Länder wie PRC, ab Mitte der 90er Jahre war darum nur die logische Konsequenz für weitere ausartende Gewinnmitnahmen, welche bewußt den Verbraucher als generellen Verlierer mit einschlossen. Unzählige Unternehmen welche diesen Weg gegangen sind war dies jedoch noch nicht genug. Letzten Endes waren Sie es, welche durch zusätzliche Einsparungen z.B., in Produktionsverfahren, die einstmals gültigen Qualitätsstandards zuerst im eigenen Land, dann fernab jeglicher Gerichtsbarkeit mit Füßen getreten haben.

    Das Ergebnis sehen wir in einer Heute nie zuvor da gewesenen und nie zuvor existierenden qualitativen Kluft die zwischen Produkt und Preis klafft, und das übrigens schon seit Jahrzehnten. Was aber noch viel schlimmer wiegt ist häufig „die Minderwertigkeit vom Produkt selbst“ welche von der Konsumenten Seite, mit einer schon fast selbstlosen Hingabe auf Akzeptanz stößt.

    Noch niemals zuvor in der Geschichte wurde in so vielen Produktsparten so minderwertig produziert wie heute.. Immer öfter wird bei Produkten mit einer Gewährleistung und Qualität beworben, die nicht einmal den nächsten Tag überlebt. Bewertungen werden gefälscht, verfälscht oder gesperrt, Käufer werden irre- u. fehlgeleitet bei der Kaufentscheidung.
    Keiner überprüft auf Richtigkeit der gemachten Verkäufer- Angaben.

    Immer öfter entpuppt sich das Unternehmertum als ausgemachtes Unterlassertum. Eine Flut von No-Name Waren ohne wirkliche Beschreibungen, Test – o. Sicherheitsverfahren überschwemmen die Online Verkaufs Plattformen im Netz … doch wirkliche Qualität? Leider Fehlanzeige! Teures Geld für Schrott mit Garantie.

    Es wird wieder Zeit für ganzheitliche Unternehmen im eigenen Land, die wieder gemeinsam für eine gute erschwingliche und langlebige Qualität für den Verbraucher einstehen, zu einem am Ende verlässlichen Preis…..
    Und… bei Gott Beispiele dafür, gibt es hierfür unzählge !

    Schöner Tag noch

  2. …dann war da noch der Käufer eines Toshiba Tv’s,,,Dieser wollte Qualität. Nur : Beim ersten Anschluss des TV an der PC sah man: kercelic (oder so änlich)
    Herstellen in der Türkei. der Tv ging dann auch nach 3 Jahren kaputt. (Hintergrundbeleuchtung defekt) . Reparatur zu teuer–> Entsorgt.

    …dann war da noch der Käufer eines TV’s. Dieser wollte Qualität….dachte sich : es wird ein Blaupunkt werden. kannt er noch von früher….Tatsache: Billigste Bauteile.
    Hergestellt in der Türkei…..

    1. Es gibt kaum noch was in der einst deutschen Qualität gebaut wurde… der Name der nur noch missbraucht wird um billigen Schrott… also wirklich billige Komponenten in dem Glauben an alte deutsche Qualität an den Mann zu bringen

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